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Märchen

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Jeder kennt sie aus der Kindheit: die phantastischen Geschichten von mutigen Rittern und schönen Prinzessinnen, von bösen Hexen und guten Feen.

Noch immer zieht uns die zauberhafte Welt der Märchen in ihren Bann. Und noch immer werden sie von Generation zu Generation weitergegeben.


Ein multimediales Webspecial über das Märchen.
Von Sandra Demmelhuber.





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Ob "Hänsel und Gretel", "Schneewittchen" oder "Rapunzel" - viele bekannte Märchen wurden über Jahrhunderte hinweg mündlich weitergegeben. 








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So gab es seit dem späten Mittelalter zu jeder Geschichte unzählige Versionen: lustig, komisch, romantisch, erotisch ... oder gruselig.






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Der Phantasie des Erzählers waren keine Grenzen gesetzt.





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Anfang des 19. Jahrhunderts haben die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm angefangen, die mündlichen Volksmärchen zu sammeln und aufzuschreiben. Sie wollten damit zeigen, dass es trotz der politisch zersplitterten Kleinstaaterei bereits eine gemeinsame "deutsche" Kultur gab.


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Die Brüder strichen alle erotischen Passagen (davon gab es viele!), bauten moralische Botschaften ein und veröffentlichten 1812 einen bis heute andauernden Bestseller: die "Kinder- und Hausmärchen".

Seitdem ist das Märchen (das Wort stammt übrigens von dem mittelhochdeutschen maere = Nachricht, Erzählung) eine eigene literarische Gattung und ein beliebter Filmstoff.
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Mit dem Beginn der Industrialisierung fanden viele Romantiker in den alten Märchen und Sagen eine verloren gegangene Ursprünglichkeit wieder.
  
Diese geordnete, idealisierte Welt bildete einen starken Kontrast zur rauen Wirklichkeit der modernen, städtischen Gesellschaft.  







 



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Deshalb gibt es in den Märchen der Brüder Grimm viele mittelalterliche Motive (zum Beispiel aus dem Minnesang) und romantische Symbole.
  







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Mit stimmungsvollen und melancholischen Bildern wird eine vergangene Harmonie beschwört.

Seen, Berge, Wälder, Nachtigallengesang, geheimnisvolle Burgen und Mondscheinnächte - das alles sind typische Bestandteile eines romantischen Naturbildes.


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Wie bei den klassischen romantischen Gedichten von Joseph von Eichendorff sind die Handlungsorte nicht Abbild einer realen Umgebung, sondern Wunschbild und Ausdruck einer Stimmungs- und Seelenlandschaft.

Es gibt keine konkreten Angaben zu Zeit und Ort, dadurch wirken Märchen zeitlos und allgemeingültig ("Und wenn sie nicht gestorben sind..."). 




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Märchen haben immer nur einen Handlungsstrang und ein klar getrenntes Gut-Böse-Schema.
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Im Gegensatz zur modernen Literatur gibt es weder komplexe Charaktere noch Antihelden.

Wie in der Fabel kommt auch Tieren oft eine große Bedeutung zu. 
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Die Zahlen 3 ("Tischlein deck' dich"), 7 ("Schneewittchen), 12 ("Rapunzel) oder 100 ("Dörnröschen") kommen immer wieder vor und spielen eine wichtige Rolle.

Diese Zahlensymbolik wurde aus dem Alten Testament und der griechischen Mythologie übernommen. 




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Eine ganz besondere Zahl ist die Sieben.
Sie steht für Vollkommenheit.

In der Genesis wird die Erschaffung der Welt in sieben Tagen beschrieben. Und auch in den meisten klassischen Märchen kommt die Zahl Sieben vor: sieben Zwerge, sieben Geißlein, sieben Raben, "Sieben auf einen Streich", "Siebenmeilenstiefel"....


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Das wirkt sich bis heute aus: Aus der Verhaltensforschung ist bekannt, dass die Sieben häufiger als alle anderen als Lieblingszahl genannt wird.

Im Deutschen kann "sieben" sogar als Steigerungsform ("siebengescheit") verwendet werden.
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Märchen spielen in einer magischen Welt. 
Die Natur- und Kausalgesetze werden aufgehoben. 
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Und es gibt es immer einen glücklichen Ausgang. 

Vielleicht ist es genau das, was uns heute noch so an Märchen fasziniert: Die Gewissheit, dass letztendlich doch immer das Gute siegt. 

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Ein multimediales, programmbegleitendes Webspecial zum 3sat-Thementag "Märchenhaft". 

Idee, Konzept und Umsetzung:

Sandra Demmelhuber (ARD/BR)

Grafik / Animationen:
Tom Murmann (ARD/BR)

Bildrechte:
© Walt Disney Co./Courtesy Evere

Musik:
Fairy dust: Chieli Minucci, Emanuel Kallins
Ouverture: Ella Louise Allaire, Martin Ferguson
Sur la lande: Christophe Delabre
The prince with two faces: Bernard Becker
Children's Games: L. de Nauteuil






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